Reisen bildet

Südafrika Frühjahr 2019

Elefanten & Andere(s)

Prolog

Heute ist der 12. April 2019. Vor gut 18 Monaten haben uns Tina und Ueli gefragt, ob wir sie einmal mit nach Afrika nehmen würden. Wir mussten nicht lange überlegen. Erstens sind die beiden Familie und zweitens können wir es eh gut zusammen. Also was sollte uns hindern ja zu sagen. Wir planten für das Frühjahr 2019. Elisabeth stellte uns eine Reise zusammen. Den grössten Teil haben wir beide schon erlebt. Für Einsteiger und auch für uns, ist es eine geniale Abfolge von Neuem und Unbekanntem. Vor 12 Monaten, wie das für Afrika so üblich ist, wenn man das haben will was gefällt, beginnen wir mit der Reservation der Unterkünfte. Es klappt zu 95%. Die beiden Fahrzeuge mieten wir bei Bushtrackers. Diesen Autovermieter berücksichtigten wir zum ersten Mal. Das ganze wurde sehr professionell und freundlich abgewickelt. Auch unsere Spezialwünsche waren nie ein Problem. TiA! (This is Africa) Die Flüge buchten wir bei Swiss. Direkt von Zürich nach Johannesburg. Immer wieder trafen wir uns, und besprachen die Details. Wer nimmt was mit. Irgendwann zeigten wir den beiden Mitreisenden noch ein Video das wir selber gedreht haben. Sie sollten ja so eine kleine Ahnung haben, was sie erwartet. Es geht nur noch ein paar Tage. Am Donnerstag 25. April starten wir zu unserem gemeinsamen Abenteuer. Die Vorfreude ist riesig.

25./26.04.2019

Es geht los. Unser Bus fährt um 18:20Uhr. Die ganze Reise verläuft problemlos. Die Einreise in Joburg ist ein Klaks. So schnell ging es bei uns noch nie. Fast keine Leute. Emanuel, unser Fahrer finden wir sofort. Nach einer Stunde sind wir beim Vermieter. Die Übergabe geht nochmals eine gute Stunde. Wir kriegen beide einen Kühlschrank obwohl wir nur einen bezahlt haben. Ein Geschenk vom Vermieter, weil wir zwei Fahrzeuge gemietet haben. Die Autos sind 2 fast baugleiche Toyota Hilux Double Cap 2,8 Liter Diesel.

Raus aus Joburg. Wie immer beginnt es mit viel Verkehr und 4-spuriger Autobahn. Die Spuren nehmen ab, der Verkehr auch. Schon bald sind wir fast alleine auf dem Weg nach Bela-Bela. Nach drei Stunden sind wir bei Checkers. Einparken, Dinge werden eingekauft. Darunter die erste Portion Alkohol. Vom Summerset Place Country House werden wir herzlich empfangen und beziehen unsere grossen Zimmer. Wir haben zuerst zwei Nächte reserviert und dann eine davon abgesagt. Über die Abrechnung wird heiss diskutiert. Die Lodge sagt, wir müssen noch einen Rest nachzahlen, wir sagen nein, ihr schuldet uns noch Geld. Wir verschieben die Diskussion auf Morgen. Das Nachtessen schmeckt wunderbar.

27.04.2019

Am nächsten Morgen, richtig ausgeruht und frisch, stellt sich heraus, die Lodge hat recht. Auf geht es zu Checkers. Der Einkaufsmarathon beginnt. Nach zwei Stunden ist auch das erledigt. Gut 100 Km später sind wir zwei als erste am Parkeingang zum Marakele NP. Den Holzkauf haben wir auf hier verschoben. Von einem früheren Besuch wissen wir, dass die sehr gutes Holz verkaufen. Aber eben, wir sind in Afrika, den Shop gibt es nicht mehr, somit auch kein Holz. Auf Nachfrage wird mir gesagt, zurück auf die Strasse, dann einen Km links gibt es die Snake Lodge. Die verkaufen auch Holz. Wir benötigen vier Säcke, der Verkäufer hat noch einen Sack. Zurück zum Parkeingang, die beiden andern sind noch nicht da. Elisabeth bleibt, ich fahre die 10 Km zurück nach Thambazimbi. Unterwegs kreuze ich Tina und Ueli. Die haben sich in Bela-Bela verfahren und sind deshalb so spät dran. Bei einem Strassenhändler erhalte ich die drei fehlenden Säcke Brennholz. Zurück beim Gate werden wir freundlich eingecheckt. Eine gute Stunde später sind wir im Tlopi tendet Camp. Wir erhalten die Zelte Nr. 1 und 2. Die 1 soll das Beste sein im Camp. Nobel wie wir sind überlassen wir es den andern. Der GT schmeckt. Wir haben einiges um und auszuladen. Das Nachtessen folgt auf ein gemütliches Beisammensein. Das erste selbstgebackene Brot im Potje ist, wie immer, unten ein wenig verbrannt. Das trotz einiger Routine. Wir schlafen wie die Murmeltiere. Unsere Begleitung nicht so gut. Das erste Mal in Afrika, die vielen neuen Eindrücke, wird der Grund sein.

28.04.2019

Um 06:15 Uhr bewegen wir unsere beiden Fahrzeuge auf den ersten Gamedrive. Nach 1,5 Stunden erreichen wir den Long view Point. Die Aussicht ist phänomenal. Das Ganze wird gestört durch eine Menge hoher Antennen. Ein Tribut an die Moderne Zeit. Kurz nach uns trifft ein Gamefahrzeug mit etwa zehn Personen ein. Sie werden begleitet von einem mit Gewehr bewaffneten Guide. Schaut komisch aus und entlockt uns ein unterdrücktes Lachen. Zurück im Camp gibt es Frühstück. Das teilverbrannte Brot schmeckt trotzdem. Jetzt ist ruhen angesagt. Um 11:00 Uhr starten Ueli und ich zu einem 4x4 Drive. Selbstverständlich mit zwei Autos. Will ja jeder fahren. Wir finden einige Strassen die tauglich sind, die offiziell eingezeichnete ist mit einer Schranke gesperrt. Die die wir fahren, enden jeweils mit einem deathend, wenden ist angesagt. Nach 1,5 Stunden sind wir zurück. Da passiert Ueli ein typischer Anfängerfehler. Er lässt auf seiner Seite die Scheibe unten und geht zum Zelt. Sekunden später schaut Elisabeth zu, wie ein Affe Kräckers aus dem Auto stiehlt. Die ganze Bande versucht nun dem Dieb die Köstlichkeit zu entwenden. Er wehrt sich entsprechend und gibt niemandem was ab. Nach einigen Minuten fliegt die leere Packung bei uns auf den Balkon. Äffische Entsorgung, nicht etwa irgendwo ins Gelände. Tina hat heute Geburtstag. Zum Nachtessen gibt es Eintopf aus dem Potje. Hähnchenschenkel, Kartoffeln und viel, viel Gemüse. Eine meiner afrikanischen Leibspeisen.

29.04.2019

Heute ist Fahrtag. Wir wechseln den Park vom Marakele zum Magumbugwe. 400 Km 6 Stunden sagt unser Trudi. Der Weg führt über Alldays. Dort wollen wir noch für die nächsten 3 Tage einkaufen. Denkste. Wir fahren ins Dorf. Alle Läden geschlossen. Wir klären ab ob heute wirklich Montag ist. Ja es ist so. Wir kommen zur Kreuzung wo wir links abbiegen sollten. Die R521 ist mit alten Pneus und Holz versperrt. Rechts abbiegen geht auch nicht. Das gleiche Bild. Wir erfahren, dass das Dorf bestreikt wird und die R521 auf unbestimmte Zeit in beiden Richtungen gesperrt ist. Ich diskutiere mit einem jungen Schwarzen ob es denn eine Möglichkeit gibt, dass wir passieren können. Er verlangt nach Essen. Ich schlage ihm Geld vor. Er nickt zustimmend. Wir wollten eben beginnen die Höhe des Betrags für die zwei Fahrzeuge auszuhandeln, da kommt eine kleine, füllige Schwarze angerauscht, verhindert die Verhandlungen und verscheucht uns mit lauten Worten und umfangreichen Gesten. Der Stock in der Hand unterstreicht die Ernsthaftigkeit. Das Ganze wirkt sehr aggressiv. Also kein Durchkommen. Wir fahren auf einen Parkplatz, nehmen die Karte und das GPS zur Hand. Wir finden einen Weg mittels Gravelroads über Musina zum Gate zu fahren. Gute 200 Km Umweg. Eine Weile fahren wir nach Karte, weil Trudi nicht navigieren will. Plötzlich reagiert sie und meldet die Route sei berechnet. Die Zeit bis zum Ziel ist eine Stunde zu lang. Das heisst, wir kommen zu spät zum Gate. Der Parkeintritt wird nicht mehr möglich sein, eine Ersatz Unterkunft wäre gefragt. Wir beschliessen es trotzdem zu versuchen. Die berechnete Fahrzeit von Trudi stimmt nicht immer. Die Gravelroads sind recht gut ausgebaut, wir fahren am Limit. Nach etwa einer Stunde wechselt der Gravel zum Tar. Wir ignorieren die Tempolimits, fahren so schnell es geht. Einige Km der Strecke sind mit Potholes übersäht, was unsere Durschnittsgeschwindigkeit massiv senkt. In Musina sind wir immer noch zu spät dran. Es fehlen noch 20 Minuten. Wir versuchen über die 70 Km bis zum Gate die fehlende Zeit rauszufahren. Unterwegs stellen wir fest, dass Potholes mit 120 Km recht gut zu überfahren sind. Die Reifen haben keine Zeit, ins Loch runter zu kommen. Auf diesem Teil der Strecke sparen wir viel Geld. Es steht nirgends ein Radar, der uns zu einer Busse verhelfen könnte. Wir schaffen es und sind 10 Minuten vor 18:00 Uhr am Gate. Die Formalitäten werden, eher mürrisch, dafür rasch abgewickelt. Wir sind drin im Park. Nach gut einer dreiviertel Stunde erreichen wir das Leokwe Camp und beziehen unser Chalet Nr. 17. Nach 10 Stunden und 650 Km schmeckt ein GT unwahrscheinlich gut. Nachtessen, Chily. Ich geh dann mal duschen. Nackt, wie man so ist beim Duschen, betätige ich den Warm und den Kaltwasser Knopf. Kein Mischer, alles wie früher. Aus dem Duschkopf kommt kein Wasser, dafür spritzt es beim Gewinde in alle Himmelsrichtungen. Ich will das Ding besser anschrauben und schon habe ich es in der Hand. Abgebrochen. Und das nach so einem Tag. Ein gehässiges Fluchen verlässt meine Lippen. Zum Glück haben wir 2 Badezimmer. Ich darf bei meiner Schwägerin duschen. Der Duschkopf und das Gewinde fliegen in einen Sack. Ich bringe es Morgen an die Reception zum Auswechseln.  Später am Abend, wir sitzen auf der grossen Terrasse, hören wir vom Rand ein Geräusch. Die Lampe zeigt uns einen Elefanten der gemütlich vor der Balkonbrüstung am fressen ist. Zwei Kleinere ein wenig weiter unten. Ein herrliches Bild. Wie schon oft, sind wir erstaunt wie leise sich diese grossen Tiere bewegen können. Bald fallen wir todmüde ins Bett.

30.04.2019

Da wir gestern nicht einkaufen konnten, stellen Elisabeth und ich uns zur Verfügung, nach Musina zurück zu fahren um das zu erledigen. Unsere Begleitung ist zum ersten Mal in Afrika, sie sollen mittels Gamedrive den Park erkunden. Wir sind schon zum dritten Mal im Magumbugwe. Die 16 Km vom Camp zum Gate zeigen uns ein paar Elefanten und Zebras. Ich bringe den abgebrochenen Duschkopf in die Reception. Die freundliche Dame nimmt ihn entgegen und reicht in gleich weiter an eine andere freundliche Dame. Die Frage nach der Nummer des Chalets beantworte ich selbstverständlich. Meine Hoffnung dass das klappt ist nahe dem Nullpunkt. Diesmal umfahren wir die Löcher in der Strasse wie es sich gehört. Im Checkers, er befindet sich in einem grossen neuen Einkaufszentrum, kaufen wir das Fehlende ein. Der Boddlestore erhält auch noch Besuch von uns. Zurück im Camp gibt es Frühstück als Mittagessen. Elisabeth ruft: „Komm mal in die Dusche!“ Ich glaub‘s nicht, von der Decke strahlt ein nigalnagelneuer Duschkopf. Wunder geschehen immer wieder. Auch das ist Afrika. Ein kurzer Drive am Nachmittag ist nicht sehr ergiebig. Elefanten und Antilopen. Nachtessen, Rindssteak mit Kartoffelstock.

01.05.2019

Elisabeth kommt ins Schlafzimmer, Panik in den Augen. „Mir ist was Schreckliches passiert, ich habe unsere Bodrum Kaffeemaschine zerschlagen.“ Für uns Kaffeetrinker ein kleines Drama. Aber ich glaube eine Lösung ist in Sicht.

Wir starten um 06:30 Uhr. Das Frühstück ist eingepackt. Ohne Kaffee! Erster Stopp, Tree-top Walk. Ein Steg der zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Limpopo führt. Hier ist auch das Dreiländereck Südafrika Zimbabwe, Botswana. Wir fahren zum Picknickplatz Confluence. Dort wir das Eingepackte verdrückt. Ein Spaziergang zu einem Aussichtspunkt beschliesst den Halt. Kurz vor Abfahrt erleben wir noch einen Kampf zwischen zwei Affengangs. Was für ein Affentheater, ein riesiges Geschrei. Wir fahren runter zum Limpopo. Der Fluss ist praktisch trocken. Die Strasse führt durch Gebüsch am River entlang. Man sieht nicht viel. Plötzlich drei Elefanten Bullen vor uns. Wir halten Abstand und folgen Ihnen. Sie haben es nicht eilig. Am Wegrand links kennen die ein kleines Wasserloch. Der Anführer darf zuerst trinken. Die zwei anderen warten auf der rechten Seite. An ein Vorbeifahren ist nicht zu denken. Nach einer halben Stunde hat der Erste genug. Es wird gewechselt. Der Zweite ist an der Reihe. Das kann ja noch dauern. Wir beschliessen umzukehren und fahren ins Leokwe Camp zurück. Da ist es schön kühl, es gibt was zu trinken und die Tiere kommen bis fast ans Haus. Das Camp hat keinen Zaun. Nachtessen, Spaghetti mit Rindsgeschnetzeltem. Kein Kaffee!

Später, es ist schon Nacht, sehe ich einen kleinen Kopf über die Brüstung gucken. Dem herzigen Köpfchen folgt eine Ginsterkatze. Sie beäugt uns und wir geniessen, freudig überrascht, den seltenen Anblick. Nach einer Weile verschwindet sie von der Mauer und sitzt nun ruhig und gelassen unterhalb im Sand. Wir machen ein paar Bilder. Immer wieder schauen wir nach, die Katze sitzt am gleichen Ort. Vermutlich wurde sie hier schon gefüttert. Sie verschwindet erst, als ein Moment lang niemand mehr auf der Terrasse ist.

02.05.2019

Kein Kaffee! Heute wechseln wir den Park. Es geht in den Krüger. 15 Km vor Musina besuchen wir den deutschen Metzger Arno. Der lebt seit 10 Jahren da, hat nebst der Metzgerei noch eine Game Farm. Das geschossene Wild verarbeite und verkauft er an Restaurants und Events. Wir werden sehr freundlich empfangen. Er ist wohl froh, dass er wieder mal deutsch sprechen kann. Arno stellt uns seine Mitarbeiter vor. Wortwörtlich: „Das sind meine Neger.“ Er zeigt uns seine Metzgerei. Die Maschinen stammen alle aus Deutschland oder Österreich. Es gibt hier ausschliesslich Wildfleisch wie Kudu Orix Antilope usw. Zu kaufen. Dafür in vielen verschiedenen Variationen. Sogar die Frankfurter sind aus Wildfleich gemacht. Wir decken uns gehörig ein. Beim Bezahlen, übrigens sehr wenig, runden wir um 50 Rand auf. Ich drücke Arno den Schein in die Hand und sage: „Das ist für deine Jungs“. Sofort wechselt der Schein zu einem seiner Mirarbeiter. Vermutlich sind sie gut gehalten. Einer ist schon seit 8 Jahren bei ihm. Wir freuen uns über die Leckereien, weil wir wissen, dass Wildfleisch in RSA nur schwer zu kaufen ist. Im bekannten Checkers füllen wir unsere Vorräte auf. Mein Weg im Laden führt direkt zu den Küchenmaschinen. Und siehe da, ich habe mich nicht getäuscht, da steht unsere neue Esspresso Machine. Zwar nicht die Marke Bodrum, aber das gleiche System. Die Ferien sind gerettet. Auch der Boddlestore kriegt noch Umsatz. Die Weiterfahrt wird immer wieder unterbrochen durch Kühe oder Ziegen auf der Strasse. Stopp and Go ist angesagt. Weil, Wildfleisch haben wir ja schon gekauft. Wir kaufen bei zwei jungen Damen am Strassenrand Holz. Das Bündel für 10 Rand. Im Magumbugwe Park habe ich für eine kleinere Menge 30 Rand bezahlt. Wir checken am Pafuri Gate ein und fahren gemütlich Richtung Punda Maria. Wir treffen vorwiegend auf Elefanten in allen Grössen. Ein paar Büffel und die übrigen Verdächtigen sind auch dabei.

Im Punda Maria Camp beziehen wir das Russel Cottage. Ein ehemaliges Polizeigebäude welches zum Wohnen umgebaut wurde. Es bietet sehr viel Platz. Zwei Schlafzimmer mit Bad. Ein riesiger Aussenbereich. Dafür wenig Aussicht. Für einmal OK, ein zweites Mal würden wir nicht mehr hier wohnen wollen. Der GT schmeckt auch nach einer problemlosen Fahrt. Nachtessen, Rösti mit  Boerewors  und Salat. Danach, herrlich! Ein Kaffee!

03.05.2019

Ab heute fahren wir unsere Gamedrives getrennt. Es hat sich als unpraktisch erwiesen, hintereinander herzufahren. Der eine will schneller ein grösseres Gebiet abdecken. Der Andere will langsam fahren, um auch kleine Tiere zu entdecken. Wir beide fahren einmal schneller, dann wieder langsamer. Je nach Umgebung. Ein weitere Vorteil, man hat sich nach dem Drive etwas zu erzählen. Auch der Staub für das Hintere Fahrzeug ist ein Thema. Also fahren wir zwei, mit geladenem Frühstück, Richtung Pafuri Rastplatz. Plötzlich steht ein Büffel mitten auf der Strasse. Blick in unsere Richtung. Wir halten mit genügendem Abstand. Das, vermutlich alte Tier, bewegt seinen Kopf auf die linke Seite, dann auf die rechte Seite, wieder mit Blick zu uns. Der gleiche Bewegungsablauf etwa alle zwei Minuten. Ich will schon umkehren, da hat der Büffel ein Einsehen und verschwindet in den Büschen. Beim Rastplatz treffen wir uns im Abstand von 10 Minuten und mieten uns für 35 Rand einen Gaskocher. Es gibt Eier mit Speck und selbstgemachtes Brot. Der Platz liegt, wunderschön angelegt, am Ufer des Luvuvhu Flusses. Auch hier sehr wenig Wasser. Wir beobachten eine Elefantenfamilie beim Überqueren des Restwassers. Den kleinen wird fürsorglich geholfen das steile Ufer hoch zu kommen.

Wir fahren weiter zum Crooks Corner. Hier können wir ein kleines Krokodil beobachten. Langsam Gamedriven wir zurück Richtung Camp. Wir sehen unter anderem, Elefantenherden, eine grosse Herde Giraffen, Büffel, Kudus, Antilopen. Ein Besuch im Shop lohnt sich nicht wirklich. Das Sortiment ist der Grösse angepasst. Gemeinsam wird der obligate GT verinnerlicht. Nachtessen, Kartoffelsalat mit Frankfurter von Arno.

04.05.2019

Wir verlassen das Russel Cottage in Punda Maria und bewegen uns zum Shimuwini Bushfeld Camp. Ein Zwischenstopp beim Camp Shingwedzi bringt uns ein leckeres Frühstück. Bis dahin fahren wir auf der Teerstrasse H1-7. Ab da benutzen wir die Gravelroad S50 bis Höhe Mopani. Wir fahren einige Wasserstellen an. Es gibt vor allem Elefanten in allen Grössen zu sehen. Das schönste Wasserloch ist Grootvlei. Eigentlich kein Loch, eher ein See. Auch hier wieder Elefanten. Sie kommen und gehen.

Auch Zebras und Antiolopen benutzen die Stellen um den Durst zu löschen. Alle Strassen sind gut zu fahren. Es wird immer heisser. Zuletzt zeigt das Thermometer 38 Grad. Es ist schwül. Via H14 und S141 erreichen wir unser Ziel. Für den letzten Teil nehmen wir einen Loop der in der Nähe vom Letaba Fluss entlang führt. Es gibt immer wieder kleine Loops die direkt ans Wasser führen. Hier treffen wir auf Hippos. Auch Krokodile sind zu sehen.

Im Camp werden wir freundlich empfangen. Wir kriegen das Family Chalet Nr. 7. Alle Häuser liegen direkt am Fluss. Eine grosse Herde Elefanten zieht vorbei. Ja schon wieder Elefanten. Diese Tiere werden eigentlich nie langweilig. Vor allem wenn noch ganz kleine dabei sind. Ihnen wird geholfen, sie werden beschützt. Herrlich anzusehen.

Unser Gasherd läuft auf Sparflamme. Wasser kochen dauert eine Ewigkeit. Ich bespreche das mit einem vorbeigehenden Camp Mitarbeiter. Er verspricht mir, das Problem in der Werkstatt des Camps zu melden. Na ja, mal abwarten. Plötzlich ein rattern und schnaufen. Um die Ecke kommt ein spindeldürrer Schwarzer mit eine Sackkarre. Drauf steh ein Gasherd. Nein kein Neuer, er schaut schlimmer aus, als der der bei uns steht. Wenigstens verliert er auf der Fahrt bis zu uns allen Staub und die Essensreste, die sich im unteren Teil angesammelt haben. Ueli und ich helfen ihm beim Rein- und Raustragen. Der Herd wird angeschlossen. Wir staunen, er funktioniert einwandfrei. In welchem Haus jetzt der Defekte steht, will ich gar nicht wissen. Nachtessen, Potje mit Rinderfleisch von Arno. Ein Sturm zieht auf. Die Themparatur sinkt dabei nicht wirklich. Um 21:00 Uhr ist es immer noch 25 Grad warm.

05.05.2019

Es ist bewölkt. Der Sturm hat sich ein wenig gelegt. Bei angenehmen 22 Grad beschliessen wir einen Ruhetag einzulegen. Immer wieder kommen Tiere an den Fluss. Gegen Abend, ich bin eben mit Duschen fertig, ruft Tina: «Kommt schnell eine Herde Elefanten steht beim Hide». Die ganze Truppe marschiert zum 400 Meter entfernten Ausguck. Ich ziehe mich an und bleibe beim Haus. Alle unsere Wertsachen, Pässe, Geld, Kreditkarten und Unterlagen liegen frei zugänglich rum. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand klauen kommt ist zugegebenermassen gering. Trotzdem ist solches Verhalten fahrlässig. Wenn die Pässe geklaut werden, sind die Ferien vorbei. Ich kann die Elefanten von meinem Platz aus auch gut beobachten. Ein unterhaltsames Schauspiel. Nachtessen, Kudu Filet von Arno mit Salat.

06.05.2019

Wir verlassen Heute den Krügerpark. Zur Abwechslung fahren wir für drei Nächte nach Graskop. Wir wollen uns auf der Panoramaroute umsehen. Wir fahren die R40 über Bushbuckridge. Unterwegs finden wir eine neue Mall. Wir benötigen noch einige Dinge. Wir wollen im Restaurant Boskombuis in Graskop Mittagessen. Das Navi zeigt eine Strecke von 29 Km. Das ist uns zu weit. Wir kennen das Lokal Harries Pancakes von einem früheren Stopp in diesem Dorf. Dort verdrücken wir unser Mahl. Es schmeckt so gut wie wir es in Erinnerung haben. Gegen vier Uhr treffen wir in der alten Mine ein. Die Unterkunft liegt etwa 5 Km ausserhalb von Graskop. Die Zufahrt ist eng und holprig. Das Gelände öffnet sich. Schöne Chalets stehen auf gepflegtem Rasen. Der Weg endet. Wir als korrekte Schweizer fahren natürlich nicht auf den Rasen und warten ratlos. Nach kurzer Warterei kommt ein Mitarbeiter und weist uns an über den Rasen vor die Reception zu fahren. Von Rainer werden wir freundlich empfangen. Die Formalitäten sind schnell erledigt. Unser Haus mit zwei Schlafzimmern, einem Bad und einem Wohnzimmer liegt gleich neben dem Gemüsegarten. Es ist gross genug. Die Sonne geht langsam unter, es wir kühl. Graskop liegt auf 1'500 Meter ü. Meer. Am Abend wird es richtig frisch.  Wir verziehen uns ins Innere. Was für ein Themperatursturz. Gestern noch 25 Grad am Abend, heute 13 Grad.

07.05.2019

Es ist kalt und Neblig. Der Nebel ist für Graskop normal. Er sollte sich bald mal auflösen. Das Frühstück ist für 08:00 Uhr angesagt. Es gibt alles was es braucht und für diese Unterkunft zu erwarten ist. Die frischen Brötchen übertreffen die Erwartungen. Das Fleisch kommt von Arno, wie kann es anders sein, man kennt sich. Wir bewegen uns auf der Panoramaroute und fahren diverse Sehenswürdigkeiten an. Mac Mac Falls, Mac Mac Pools.

Wir machen in Sabie eine ungewollte Stadtrundfahrt, weil wir die Abzweigung zu den Lone Creek Falls verpassen. Wir stoppen vor einem Spahr und schauen in die Karte. Eine weisse Dame fragt freundlich, ob sie uns helfen könne, wohin wir den wollten. Sie erklärt uns den Weg. Alles läuft gut, bis zur Abzweigung rechts. Dort fahren wir vorbei, weil ein Einbahnschild den Weg versperrt. Wir fahren weiter den Pass hoch. An einer Kreuzung ist Schluss. Weiter unten ist ein Unfall passiert. Ein Helikopter, Krankenwagen und Polizeit ist Vorort. Wir kehren um und fragen Trudi ob sie eventuell weiss wo wir sind und wo sich die Fälle befinden. Es scheint zu klappen. Dort wo wir vorher nicht rechts abgebogen sind, will Trudi jetzt links abbiegen. Ich fahre mal zu und sehe unter dem Schild eine Tafel die darauf hinweist, dass das Verbot nur für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen gilt. So schwer sind wir nicht, wir haben noch nicht zu Mittag gegessen. Trudi führt uns sicher zu den Lone Creek Falls.

Alle bis dahin angefahrenen Sehenswürdigkeiten lohnen einen Besuch, obschon sie einem nicht aus den Socken hauen. Zurück zu Harries Pancake wird gefuttert. Ich überesse mich, nicht ganz grundlos. Es schmeckt sehr gut.  Ein Besuch des Bankomaten gibt uns neues Bares. Dann geht es zum Shopping. Ein hölzernes Hyppo wechselt den Besitzer. Ich kaufe mir ein Hemd und eine Kurze Hose. Es geht zum Graskop George Lift. Der führt uns Viere für 840 Rand in die Tiefe einer Schlucht. Dort wurde vor zwei Jahren, mittels Holzsteg, ein waldiger Rundweg angelegt. Er führt durch eine Schlucht, über Hängebrücken, zu verschiedenen Aussichtsplattformen. Die Bäume sind angeschrieben. Es wird auf hier lebende Tiere hingewiesen. Auch Pflanzen werden beschrieben. Nach ca. einer Stunde sind wir zurück beim Lift, der uns wieder in die Höhe fährt. Ich hole für Rainer noch ein paar Flyer, die er seinen Gästen verteilen will.

Wir fahren zurück zur alten Mine. Unterwegs werden an der Strasse Tiere aus Altmetall verkauft. Auch Wildschweine sind dabei. Der geneigte Leser unserer Reiseberichte weiss, dass Elisabeth solche Dinger sammelt. Was heisst das? Anhalten! Ein Wildschwein mittlerer Grösse und 180 Rand wechseln die Besitzer. Ein kleines herziges Mädchen, Faithi an der Hand seiner Mutter lächelt uns freundlich an. Aus den 180 Rand werden sofort 200. Ich: «Der Rest ist für Faithi.» Zurück in der alten Mühle, unsere Begleiter sind noch auf einer kleinen Wanderung, geniessen wir den GT. Nach dem üppigen Mittagsmahl gibt es Heute kein Nachtessen.

08.05.2019

Die letzte Nacht war wieder kalt, am Morgen 10 Grad. Wir fahren heute in die andere Richtung. Gemäss Rainer gibt es eine Naturstrasse die durch eine schöne Gegend führt. Sie soll nach dem Ort Pilgrims Rest rechts abgehen. Er gibt uns den Rat im Ort nicht anzuhalten. Die Leute sind vom Tourismus verdorben. Sie waschen ungefragt Fahrzeuge und verlangen dann Geld dafür. Sollte uns das passieren, ja kein Geld geben. Darauf hinweisen, dass sie unser Fahrzeug ohne unsere Zustimmung berührt haben und wir jetzt sofort die Polizei verständigen würden. Mit diesem Verhalten kann man die Jungs eventuell zur Anständigkeit zurück bringen. Ich habe wenig Hoffnung. Also umfahren wir das Dorf. Kurz danach gibt es eine Abzweigung rechts. Wir nehmen Sie. Anfangs gibt es ein Wahlbüro unter einem Sonnenschirm. Heute sind Wahlen in SA. Wir fahren daran vorbei. Die Lage ist ruhig, alle sind fröhlich gestimmt. Die Strasse wird immer enger, wir landen in den Slums. In der Annahme, dass wir durch diese hindurch müssen um auf den richtigen Weg zu kommen, fahren wir weiter. Nichts ist. Die meisten Leute sind freundlich und winken uns zurück. Einige gehässige Blicke sind aber auch dabei. Elisabeth: «Ich komme nie mehr nach Afrika!!» Wenden ist nicht möglich, also biegen wir 2 Mal links ab. Die Richtung stimmt und wir kommen nach dem dritten Linksabbieger wieder zum Wahlbüro. Geschafft! Die richtige Abzweigung folgt einen Kilometer später. Die Strasse ist holprig und ausgewaschen. Für unsere Fahrzeuge aber keine Problem. Es geht ohne 4x4. Die Gegend ist schön, leider ist es ein wenig neblig. Die Strasse führt durch ein fruchtbares Tal. Es wird jedoch nichts angebaut. Warum? Keine Ahnung! Plötzlich, der schmale Pad voller Kühe. Wir fahren nah ran. Keine Bewegung. Die Tiere schauen uns an, so blöd wie Kühe eben schauen können. Gas geben, hupen, alles nützt nichts. Elisabeth: "Aussteigen und vertreiben hilft vielleicht!". Ich: "Also steig aus und vertreib die Viecher!". Elisabeth: "Ich doch nicht, mach du das!". Typisch, also steige ich aus. Rumschreien und mit den Armen fuchteln hilft wirklich. Die Kühe bewegen sich erstaunlich rasch vom Weg und verziehen sich in die Büsche. Der Pad ist frei! Wir fahren zuerst hoch zu den Three Rondavels. Das sind drei Felsen, die wie die bekannten Behausungen Rondavels aussehen. Es ist immer noch neblig. Die Steinformation ist nur ungenau zu sehen.

Wir, fahren zurück und treffen bei den Bourkes Luck Potholes ein. Eine wilde Gegend, erschlossen durch einen Steg mit Brücken. Die Potholes sind tiefe, durch den Fluss Blyde River ausgewaschene, Löcher. Mehr kann ich nicht beschreiben. Es ist imposant.

Wir haben alle Hunger. Sind aber noch ein wenig zu früh für das Mittagessen. Also trinken wir im Selbstbedienungsrestaurant noch eine Cola. Dann los Richtung Highlight in diesem Abschnitt. Zum Restaurant Boskombuis. Eine sogenannte Buschküche. Ein holpriger Weg führt zum Restaurant. Nein! Zu einem geschlossenen Tor. Das hält uns aber nicht ab. Wir schieben die Schranke zur Seite und fahren weiter. Ein ungutes Gefühl bleibt. Nicht zu unrecht. Das Restaurant ist wegen den Wahlen geschlossen. Sch….! Trotz grosser Entäuschung steigen wir aus und schauen uns das Ganze an. Hier zu essen muss ein Erlebniss sein. Mitten im Busch eine offene Küche. Viele Tische in der Gegend verteilt. Schade!

Hungrig steuern wir noch Gods Window an. Auch hier ist der imposante Ausblick durch Dunst ein wenig getrübt. Den Regenwald schenken wir uns. Die 15 Minuten steiler Aufstieg mit leerem Magen, unmöglich!

Zurück in Graskop stellen wir fest, dass wir die letzten zwei Tage genügend Pancakes gegessen haben. Wir steuern das Restaurant Silverspoon an. Schaut recht passabel aus. Das Essen schmeckt auch so. Die Frauen entern den Spahr. Wir brauchen noch ein paar Sachen. Grosseinkauf für den Krüger ist dann Morgen. Die Männer tanken die Autos auf. Unterwegs zur Unterkunft nochmals einen Stopp beim Souvenierladen an der Strasse. Er bildet eine Ausnahme zum Rest der vielen Shops. Zur Altmetallsau kommt noch ein Altmetallelefant. Nicht genug, auch ein zu grosses Tischtuch wird gekauft. Muss dann Zuhause auf das richtige Mass zugeschnitten werden. Eine Bemerkung zu den Souvenierläden, die es übrigens bei jeder Sehenswürdigkeit zu Hauf gibt. Es ist wie bei uns in der Schweiz. Praktisch jeder Verkäufer bietet denselben Ramsch an. Es bringt’s keiner fertig, aus der Masse raus zu stechen. Eine Ausnahme ist unser Altmetalltier Händler. Eigentlich schade. Zurück in der alten Mine gibt’s den GT noch an der Sonne. Nach Untergang derselben wird es wieder empfindlich kühl. Wir verziehen uns ins Innere und feuern den Ofen ein. Nachtessen fällt aus, es gab ja am Mittag was zu Futtern. Morgen wartet ein weiteres Highlight auf uns.

09.05.2019

Frühstück ist Heute um 07:00 Uhr. Vorher ist alles gepackt und im Auto verstaut. Wir verabschieden uns von Rainer. Seine Frau haben wir die ganze Zeit über nie gesehen. Sie hat es wohl nicht so mit Gästen. Komisch, aber ist so. Unser Ziel ist das Moholoholo Wildlife Rehabilitation Center. Solche Center sind nicht unumstritten.

Die Führung dauert zwei Stunden für 170 Rand pro Person. Beim Einchecken sehen wir, dass vor uns ein Bus mit 33 Leuten angekommen ist. Ja das kann ja was werden. Als erstes werden wir von einem sehr sympathischen Schwarzen mittels Mund und Bildern informiert. Sein Englisch ist passabel. Er erklärt uns, dass sie gegen alle vorhandenen Meinungen, soweit möglich, die Tiere wieder auswildern. Darum könnten wir auch nicht alle hier lebenden Spezies sehen. Alle Tiere die für eine Auswilderung vorgesehen sind, werden, wenn immer möglich, von Menschen ferngehalten. Einige seien zum Auswildern nicht geeignet. Denen biete man einen möglichst angenehmen Lebensabend. Einen Geparden könnten wir sogar anfassen. Das gefällt mir schon gar nicht. Er erklärt es so: «Das heute ist ein Training für ihn. Es gibt Tiere, vor allem Geschützte, mit denen gehen wir dann zu Schulen. Wir wollen damit die Kinder sensibilisieren, dass ein Tier, das die Kühe jagt oder Katzen und Hunde aus einem Dorf klaut, nicht umgebracht werden muss. In einem solchen Fall kann des Center angerufen werden, das Tier wird eingefangen, zur Station gebracht und untersucht. Sie bleiben eine Zeit lang im Center und würden dann, an einem geeigneten Ort, wieder der freien Natur übergeben. Jetzt geht es zu den Gehegen. Sie sind relativ klein. Wir sehen Adler, Geier und sonstige Vögel. Sie werden ausführlich beschrieben. Dann geht es zu den Grösseren. Ein Löwenpaar, Geparden, Leoparden, darunter ein schwarzer Leopard, ein Wildhund. Meine Frage ob der Hund alleine im Gehege leben muss wird bejaht. Sie haben vor, von einem anderen Center ein Rudel bestehend aus 6 Tieren zu übernehmen und den einzelnen Hund dafür herzugeben. Dieser wird dann in ein bestehendes Rudel integriert. Ich bezweifle, dass das gelingt. Den Abschluss machen die Hyänen. Es sind deren zwei. Ich habe Mühe alles erzählte zu glauben. Ich versuche es! Aufnahmen mache ich keine. Es wiederstrebt mir, solch schöne Tiere hinter Gittern zu filmen

Eine Geschichte soll sich so abgespielt haben: «Ein Gepard bewegt sich durch ein Dorf. Ein Bewohner schaut, bei offenem Fenster, Fernsehen. Das Tier kommt rein, schnappt sich den Hund und verschwindet wieder». Zwei Bilder die mich sehr beeindrucken. Das Erste zeigt das ursprüngliche Gebiet in dem die Wildtiere leben konnten. Das Zweite zeigt, wieviel Platz die gleichen Tiere Heute noch haben. Es ist ein Bruchteil davon.

Im Museum wird gezeigt wie die Tiere auf unnatürliche Weise verenden können Stacheldraht, Schlingen und Fallen werden, auf eindrückliche Art, mittels ausgestopften Tieren, dargestellt. Hier entstehen einige Filmsequenzen. Fotos daraus, siehe unten.

Unterwegs zum Orpen Gate wollen wir noch einkaufen. Nichts ist, es gibt keine Einkaufsmöglichkeit mehr. Kein Problem, die Shops im Krüger sind mittlerweile so gut assortiert, dass wir damit überleben können. Die Einreise in den Park und ins Tamboti Camp (Checkin im Orpen Gate), sind wie immer ein wenig mühsam und kosten ein paar Minuten Zeit. Ärgern tut mich das schon lange nicht mehr. Wir kriegen zwei neuere Zelte. Nummer 35 und 36. Die sind gut im Schuss. Wobei die Holztüre zu unserem Zelt am Boden schleift. Dieser ist schon recht zerkratzt.  Die Türe aushängen, mit einem Hobel 3 Mal drüber fahren und das Problem wäre gelöst. Macht natürlich keiner. TiA! Nach dem Einräumen gibt’s den obligaten GT. Chillen ist angesagt. Ueli versucht sich an einem Zopf. Dazu braucht es Feuer. Unser Grill hat drei Beine, wenn man den Rost vom Grill wegdreht, kippt er. Ueli nimmt sein Swiss Tool zur Hand und schneidet einen entsprechenden Stock zurecht. Es hält! Elisabeth kommt von unserem Chalet zurück, sieht das Ganze und sagt:» bei unserem Zelt steht ein Grill mit 4 Beinen.»

Es wird dunkel. Die Aussenbeleuchtung bei Ueli brennt nicht. Ein Drehgewind. Ich laufe zum Nachbarhaus, Schraube die Birne aus. Karabinerbesfestigung. Passt nicht. Beim nächste Haus, Drehgewind. Passt. Die defekte Lampe wird mit der Funktionierenden getauscht. Jetzt haben wir beide Licht im Aussenebereich. Bewölkung zieht auf. Der Wind nimmt zu. Nachtessen Kartoffelsalat mit Würstchen von Arno.

10.05.2019

Mit verschlafenem Kopf versuche ich unsere Karre um die Ecken aus dem Camp zu bewegen, ohne allzu viel Büsche mitzunehmen. Es gelingt, wir sind auf Pad. Es ist 06:15 Uhr. Noch ohne grosse Motivation beginnen wir die Gegend mit den Augen zu scannen. Mein Kopf sagt: „Hund? Hier gibt es keine Hunde! Wildhund? Ja Wildhund!!!“ Nicht nur einer, viele! Wir sind sofort hellwach. Ein ganzes Rudel bewegt sich vor uns und neben uns auf der Strasse. Es wird mal da geschnüffelt, mal dort. Ein wildes hin und her Gerenne. Wir sind die ersten beim Spektakel und haben eine gute Position. Die Meute bewegt sich langsam in unsere Richtung. Wir fahren mit. Sie fühlen sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht gestört. Es ist einfach herrlich, dem Treiben der Wildhunde zuzuschauen. Nachdem sie sich langsam in die Büsche verziehen, fahren wir weiter.

Uns fehlen immer noch Katzen. Sie machen sich auch heute rar. Trotzdem macht es Spass. Jede Wegbiegung erzeugt Spannung. Man weiss nie was sich dahinter zeigt. Zurück im Camp gibt es Frühstück. Dann fahren wir nach Satara. Wir brauchen noch was. Der Shop ist wie erwartet ziemlich gut assortiert. Auf der Rückfahrt werden wir von ca 20 Autos blockiert. Irgendwo weit weg müssen Löwen liegen. Die interessieren uns aber in dieser Entfernung nicht. Zudem wird die Zeit knapp. Wir müssen um 17:30 das Tor zum Camp passiert habe. Die Leute kennen keinen Anstand und stellen ihre Fahrzeuge kreuz und quer. Kein durchkommen. Nach etwa 10 Minuten können wir links übers Gras vorbei fahren. Wir schaffen es knapp vor Torschluss ins Camp.

11.05.2019

Wir verschieben uns wieder mal. Der Drive führt zum Camp Lover Sabie. Unterwegs viele Tiere, immer noch keine Katzen. Wir fahren einige Rastplätze an.

Die Reise bringt keine Überraschungen bis kurz vor dem Camp. Ein Helikopter kreist in geringer Höhe über dem Busch. Eine Menge Autos stehen rum. Wir schauen und entdecken einen Elefanten mit einer Spritze im Hinterteil. Er bewegt sich langsam vorwärts, schwankt und fällt hin. Jetzt ist er nicht mehr zu sehen. Er ist genau hinter einen grossen Busch gefallen. Später fragen wir im Camp nach, was da passiert ist. Die Antwort: „Dem Tier wurde ein Halsband umgelegt.“  

Im Camp werden wir, wie fast immer, freundlich empfangen. Wir erhalten zwei zusammengebaute Chalets mit Blick auf den Fluss Sabie. Ist praktisch, fehlende Stühle und Geschirr müssen nicht weite Wege getragen werden. Die Anzahl der Einrichtungsgegenstände pro Unterkunft entspricht genau der Anzahl der Betten.

12.05.2019

Muttertag! Heute bleibt die Campküche zu. Nach einem kurzen Morgendrive, ohne grössere Sichtungen, frühstücken wir im Camp Restaurant. Die meisten Restaurants im Park werden, neu für uns, durch Muggs and Beans geführt. Das Essen ist gut, nicht überragend. Verlangt ja auch niemand. Danach ist wieder mal Chillen angesagt. Ein weiteres Highlight folgt am Abend. Wir haben einen Bush Brai gebucht. Um 16:15 Uhr werden wir wir von der freundlichen, jungen Schwarzen Namens Michele abgeholt. Mit einem Gamedrive Fahrzeug geht’s los. Michele entpuppt sich als kompetente Guide. Sie erklärt uns Pflanzen und das Verhalten einiger Tiere. Das meisten wissen wir, trotzdem hören wir interessiert zu. Wir sind ja anständige Leute.

Die kurze Dämmerung bricht an. Die Jacken werden montiert. Elisabeth sagt: «ich rieche Elefanten». Und tatsächlich wenige Meter später sehen wir eine Eli. Elisabeth sieht ihn nicht sofort. Kein Wunder, die Sonnenbrille ist noch montiert. Es wird dunkel. Wir erhalten Lampen, um die Gegend abzusuchen. Passt mir eigentlich nicht, mache trotzdem mit. Wir sehen mehr Elefanten, Giraffen und das Übrige. Die Fahrt geht über Wege die wir als normale Besucher nicht fahren dürfen. Der Pad wird immer schmaler. Die letzten Meter fahren wir durch den Busch. Plötzlich Licht. Ein Feuer brennt, Kerzenlampen erhellen die Umgebung. Ein mit einem weissen Tischtuch gedeckter Tisch, rundet das Ganze ab. So richtig romantische Stimmung.

Die Getränke haben wir selber mitgenommen. Wein und ein wenig Wasser. Vorspeise, Kartoffelsalat und griechischer Salat. Hauptspeise, Manipap mit einer gut gewürzten Sauce, Poulet, Gemüse, Steak und  Boerewors. Es schmeckt gut. Wurde als Cattering von Muggs and Beans angeliefert. Es wird nicht sehr heiss serviert. Schade! Zur Nachspeise, ja richtig gelesen, die gabs auch noch, ein Stück Schokoladentorte mit einer sehr süssen Creme dazwischen. Ähnlich wie Schwarzwäldertorte. Während unserer Anwesenheit läuft ein Schwarzer dauernd mit einer starken Lampe ums provisorische Camp. Soll uns in Sicherheit wiegen. Hat aber den Vorteil, dass wir noch eine Ginsterkatze zu sehen kriegen. Eigentlich nur ich, weil ich gerade stehe und mit ihm in der Gegend rum latsche. Bis die andern aufgestanden sind, ist die Katze weg. Wir lassen das Romantische Mahl gemütlich ausklingen. Auf der Rückfahrt wieder die Zünderei mit den Lampen. Ich sehe zwei Augen leuchten. Rufe: «Stopp, ein wenig zurück, ein wenig vor.» Michele sagt: „Ist eine Antilope.“ Gelächter gibt es gratis. Peinlich. Ich zünde nur noch motivationslos rum. Zurück in Lover Sabie bitten wir Michele ein paar Minuten zu warten. Ueli holt in der Zeit zwei Tafeln Schweizer Schokolade. Kommt gut an. Auch das Trinkgeld dazu wird herzlich verdankt. Alle sind zufrieden.

13.05.2019

Wir machen am frühen Morgen einen kurzen Gamdrive. Es ist wenig los. Wir fahren Gravel. Etwa 300 Meter vor uns fährt ein anderer privater Fahrer. Von rechts taucht eine Löwin auf, überquert zügigen Schrittes den Pad und verschwindet im hohen Gras. Bis wir den Punkt erreicht haben ist nichts mehr zu sehen. Wenigsten eine Löwin aus der Ferne, ohne Beweisbild. In Szuzuka machen wir einen Halt. Wir benötigen noch ein paar Sachen aus dem Shop. Danach gibt es einen Drink im Restaurant. Die Weiterfahrt bringt eine Horde Elefanten, Giraffen und die Übrigen.

Unser neues Camp, Biyamiti, empfängt uns herzlich in Form einer netten Dame. Nach den Formalitäten sagt sie: « Eure Freunde sind schon angekommen. Den Schlüssel haben sie von meiner Kolegin erhalten, er ist nicht mehr am Brett. Beim Chalet für 5 Personen angekommen ist niemand da. Die Türe ist offen, kein Schlüssel. Eine halbe Stunde später kommen Tina und Ueli an die Rezeption. Die Kollegin gibt die Auskunft, eure Freunde sind schon da, sie haben den Schlüssel. Ok wir sind alle Viere gute angekommen. Einen Schlüssel braucht es in diesem Camp eh nicht. Die Lage ist sehr gut. Schade hat der Biyamiti nur wenig Wasser. Das Haus selbst ist gebraucht. Ein Bad hat eine Wanne ohne Dusche und ein WC. Zum andern Zimmer gibt es eine Dusche. Es ist eng. Wir haben schon Leute gesehen, die mit ihrem Umfang die Dusche nicht benutzen könnten. Das separate WC ist ebenso klein. Ueli, unser Architekt, macht sich so seine Gendanken. Nachtessen Rösti mit Spiegelei.

14.05.2019

Kurz nach sechs beginnt unser Morgendrive. Er führt uns Richtung Crocodile Bridge. Wir treffen nichts Spektakuläres. Im Camp besuchen wir den Shop. Eher klein, trotzdem ein erstaunliches Sortiment. Wir fahren Teer und Gravel zurück zum Biyamiti Camp. Kurz nach dem Start treffen wir auf eine Herde Büffel. Links und rechts der Teerstrasse. Ein Riesenspecktakel.

Es gibt Frühstück, danach ist Chillen angesagt. Eine Horde Affen besucht uns. Mittels Steinschleuder erkläre ich denen, dass bei uns klauen nicht geht. Nach ein paar Minuten und einigen Steinchen weniger, glauben sie mir und verschwinden. Kurze Zeit später kommen sie zurück, halten sich aber vom Gebäude fern. Ein Schauspiel beginnt. Die Affen jagen die Hühner und umgekehrt. Ein riesiges Geschrei, Geflattert und Rumgerenne. Es ist eher ein Spiel, denn eine Jagt. Es gibt weder Tote noch Verletzte. Dafür für uns viel zu lachen.

Der kurze Abenddrive bringt für alle nichts Neues. Nachtessen, Spaghetti mit Boerewors Sauce und Salat. Was ist den Boerewors Sauce, fragst du dich. Der Inhalt der Wurst wird aus dem Darm gedrückt. Mit Tomaten, Zwiebeln und Gewürzen entsteht eine recht scharfe Sauce, da die Wurst selbst ja auch schon gewürzt ist. Es schmeckt wunderbar.

15.05.2019

Wir fahren kurz nach Sechs los. Der Drive führt uns zum Mpondo See. Ein Damm staut das Wasser. Einige nackte Bäume stehen drin. Obendrauf einige Fischadler. Das ist an Tieren alles. Die Umgebung entschädigt dafür.

Wir fahren der Eisenbahn entlang zurück ins Camp. Unterwegs treffen wir eine Horde Elefanten die die Strasse Überqueren. Es hat schon viele Fahrzeuge. Wir schauen kurz zu und fahren weiter. Wir treffen gemeinsam mit Tina und Ueli ein. Übrigens schon Gestern nach dem Morgendrive. Wenn wir eine Zeit abgemacht hätten, hätte das nie geklappt. Sie erzählen uns von ihrer Sensationssichtung.  Auf der S25 in der Nähe von Crocodile Bridge treffen sie auf 4 Geparde. Teils auf der Pad, teils seitlich im Gebüsch. Da sie nicht das vorderste Fahrzeug sind, haben sie eingeschränkte Sicht. Die Aufregung verhindert wirklich gute Fotos. Wir kennen das, passiert uns auch immer wieder bei solchen Sichtungen. Jedenfalls mögen wir das den Beiden von Herzen gönnen. Natürlich hätten auch wir uns über ein solches Treffen gefreut. Das Glück hatten wir aber auf unseren bisher 14 Reisen ins südliche Afrika schon mehrmals. Für Ersttäter hat es einen ganz anderen Stellenwert. Gegen 12:00 Uhr verlässt Tina das Chalet und geht dem Zaun entlang Richtung Bird Hide. Nach einiger Zeit hör ich einen Elefanten schnaufen. Denke mir, wenn was ist, kommt Tina uns sicher holen. Ein paar Minuten später kommt sie, ganz ausser Atem, um die Ecke und ruft: „Eine grosse Herde Elefanten ist beim Wasser, auf der Höhe der Bird Hide, am Trinken.“ Wir marschieren los und geniessen es dem Teiben zuszusehen. Jede Grösse ist vorhanden. Vom kleinen Buz bis zu Tieren von der Grösse eines kleinen Einfamilienhauses. Natürlich ohne Fenster und Türen. Wir liegen weiter im Garten rum. Ein Schwarzer kommt angelatscht. Ausgerüstet mit Visierhelm und Mundschutz vor dem Mund. Er erklärt uns, er komme zur Malaria Provilaxe. Er wolle in unserem Haus Gift sprayen. Danach dürften wir für 15 Minuten das Gebädue nicht betreten. Elisabeth macht in unserem Zimmer ein Mittagsschläfchen. Darauf hingewiesen sagt der Sprayer: «Wir sollen sie ruhig schlafen lassen, er würde dieses Zimmer nicht betreten. Wir vermuten, dass es bereits durch meine Anwesenheit Malariamückenfrei ist. Ich schaue ihm von aussen zu. Der Mundschutz hängt jetzt schlaff unterm Kinn. TiA. Das Feuer brennt, wir sitzen beim Apero. Es ist schon fast dunkel. Tina läuft Richtung Wasserloch. Nach ein paar Minuten kommt sie angerannt, ruft ganz aufgeregt: „Da vorne haben Leute einen Leoparden gesehen. Kommt schnell!“ Die drei laufen los, Bewaffnet mit Fernglas und Fotoapparat. Ich bleib mal gemütlich sitzen. Ich weiss wie schnell die Dämmerung in Afrika fortschreitet. Viel wird da nicht mehr zu sehen sein. Und so ist es. Ueli gelingt zwar noch ein Beweisfoto. Die beiden Frauen sehen keinen Leoparden. Nachtessen, Ripps mit Kartoffelstock.

16.05.2019

Heute ist unser letzter Tag im Park. Wir lassen es gemütlich angehen und fahren so gegen sieben Uhr los Richtung Berg en Dal Camp. Dort wollen wir frühstücken. Wir fahren Gravel. Ein kurzer Abstecher zu einem See. Wir manöverieren. Was liegt den da, etwas drei Meter neben uns? Eine Hyäne im Gras. Sie bewegt faul den Kopf.

Am See ist nichts los. Wir fahren zurück zur Kreuzung, verabschieden uns dankbar von der Hyäne und fahren Richtung Teerstrasse. Kurz vor der Kreuzung sehen wir ein paar Autos stehen. Es ist unsere Richtung. Was liegt denn da im Gras? Zwei Breitmaulnashörner. Sehr nahe am Strassenrand. Gut zu sehen, nur bewegen tun sie sich nicht. Die faulen Dinger.

Bei nächster Gelegenheit biegen wir wieder auf eine Gravel Pad ab. Zu sehen gibt es nichts Aufregendes mehr. Eine Minute vor 10:00 Uhr treffen wir im Camp ein und geniessen da ein feines Frühstück. Wir fahren noch einen Loop und verlassen den Krüger, nach einem kurzen Verfahrer, via Malalane Gate. Hab mal wieder nicht auf meine Liebe Frau gehört. Nach etwa drei Km haben die Afrikaner (vermutlich Chinesen) die Auffahrt auf die N4 neu gestaltet. Trudi kennt die Neuerung nicht. Sie schickt uns in die falsche Richtung. Unsere Karte ist nicht so genau. Nach einigen Richtungswechseln und wenden auf den N4, erwischen wir die Richtung nach Nelspruit. Tanken und ankommen in der Rio Vista Lodge. Freundlicher Empfang. Besichtigung beider Zimmer. Wir entscheiden uns für das für uns geeignete. Doppelter GT auf der Restaurentterrasse mit Blick auf den Crocodile River. Was sehen wir? Elefanten!

Auto ausräumen, packen und umpacken, erledigen wir gekonnt und rasch. Nach der Dusche machen wir es uns auf dem Balkon bequem. Der Tisch für heute Abend ist im Deckrestaurant reserviert. Das Nachtessen ist gut, aber nicht überragend. Absacker, ein 10 jähriger Brandy KWV 10 year, der ist aber echt lecker.

17.05.2019

Heute nehmen wir die letzten 400 Km unserer Reise unter die Räder. Zurück zur Bushtracker Autovermietung. Beim Start der Reise habe ich Trudi, mittels setzten eines Favoriten, klar gemacht, dass wir dahin wieder zurück wollen. Schauen wir mal ob das klappt. Unterwegs auf der N4 machen wir bei einer grossen Raststätte eine Pause. Der Parkplatz ist rappelvoll. Ich weiss den Namen leider nicht mehr. Warum so viele Leute hier sind, zeigt sich bei einem Blick hinten raus. Ein riesiges Gehege. Darin Rhinos, Strausse, Orixe, Elans und viele mehr. Löwen sehen wir keine. warum wohl? Zu Fressen hätten die hier genug.

Trotzdem müssen wir weiter. Unser Flug geht um halb acht, der wartet nicht! Die Spuren auf der Autobahn nehmen zu, die Autos auch. Sicher, als würde sie nichts anderes kennen, lotst uns Trudi direkt und ohne Verfahrer zum Vermieter. Wer unsere Reiseberichte kennt weiss, dass das die absolute Ausnahme ist. Wir hatten bis jetzt immer Probleme die Vermieter wieder zu finden. Warum? Keine Ahnung! Ich sage mal, es lag immer an Trudi, die kann mir nicht wiedersprechen. Heather begrüsst uns freundlich. Kein Wunder, die hat zu Beginn unserer Reise eine Tafel Schweizer Schokolade gekriegt. Unser Wagen wird ohne Beanstandungen zurück genommen. Ist ziemlich neu, nur etwas über 30'000 Km. Da sollte nachträglich eigentlich nichts mehr kommen. Bei Ueli seinem wurde zu Beginn festgestellt, dass die hintere Stossstange eingedrückt war. Jetzt will man davon nichts mehr wissen. Zum Glück wurden Fotos gemacht. Trotzdem gibt es eine längere Diskussion. Mal warten was da noch kommt. Irgendwie eine komische Reaktion von Bushtrackers. Zudem hat dieses Auto mehr als 100'000 Km auf dem Buckel. Sonst können wir über diesen Vermieter nur Gutes berichten. Die Wagen waren in Top Zustand. Der Transport zum Flughafen verläuft stockend. Es hat unheimlich viel Verkehr. Aber wir haben genügend Zeit. Der Flug ist pünktlich und ruhig. Die Swiss hat eine Neuerung eingeführt. Sie checkt uns automatisch ein. Mittels Mail wird uns das mitgeteilt. Die Bordkarten können, wenn gewünscht ausgedruckt oder auf’s Natel geladen werden. Wenn beides nicht möglich ist, werden die Karten bei der Gepäckaufgabe gedruckt. Mit der Bahn geht es nach Bern. Dort wollen wir unser Postauto besteigen. Nichts ist. Wegen irgendeiner Veranstaltung werden die Kurse nicht gefahren. Wir besteigen ein Taxi um lassen uns komfortabel bis vor die Haustüre bringen. Nun folgt was folgen muss. Jeder der reist und nach Hause kommt weiss was ich meine.

Fazit

Wir haben Total 3‘905 Km zurückgelegt. Wie immer hat uns Afrika fasziniert. Katzen haben wir zwar diesmal keine gesehen. Macht aber nichts. Alle Tiere in freier Wildbahn, für eines von uns sogar die Vögel, sind immer wieder ein Erlebniss. Das Wetter war sehr gut. Einmal Regen für eine halbe Stunde in der Nacht. Was uns Sorgen macht sind die fast leeren Flüsse. Durch Gespräche mit den Leuten haben wir erfahren, dass es 2019 eine sehr schlechte Regenzeit gab. Hoffentlich entsteht daraus kein Drama. Die Temperaturen waren sehr angenehm. Tags zwischen 20 und 30 Grad. In Ausnahmen bis 38 Grad. Nachts hat es jeweils schön abgekühlt. Alle Reservationen haben geklappt. Wir fühlten uns zu keiner Zeit unsicher. Kann auch daran liegen, dass wir Afrika schon sehr lange selbständig bereisen. Den Virus haben wir nicht verloren. Wir kommen sicher wieder. Für nächstes Jahr ist Kanada geplant.